Start - Aktuelles - Zuweisung für die Klassen der Berufsfachschulen (BFS2), der höheren Berufs-fachschulen (HBFS) sowie der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BzB)

Zuweisung für die Klassen der Berufsfachschulen (BFS2), der höheren Berufs-fachschulen (HBFS) sowie der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (BzB)

Drucksache
20/7741

Kleine Anfrage
Nina Heidt-Sommer (SPD)

Vorbemerkung:

Die Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren an den Beruflichen Schulen und den Studienseminaren für die beruflichen Schulen in Hessen (AGD) hat sich mit einem Schreiben vom 18. Januar 2022 an den Ministerpräsidenten und den Kultusminister gewandt. Kritisiert wird die Streichung weiter Teile der Zuweisung für die Klassen BFS2, HBFS und BzB. Diese Streichung erfolgt während der Corona-Pandemie, in der viele Schülerinnen und Schüler aufgrund der Schulschließungen und der damit verbundenen Auswirkungen (u.a. psychische und soziale Probleme, Aufholen von Lernrückständen) länger in Schule verbleiben. Die Streichung hängt evident damit zusammen, dass Aufnahmen von Schülerinnen und Schülern, die die Altersgrenzen für oben genannte Bildungsgänge überschritten haben und laut Hessischem Schulgesetz nach Prüfung des besonderen Einzelfalls durch die Schulleiterinnen und Schulleiter aufgenommen werden dürfen, bei der Zuweisung keine Rolle spielen sollen.

Ich frage die Landesregierung:

1.    Wie viele Schulen sind in welchem Umfang von der Streichung der Zuweisungen betroffen?  (Aufschlüsselung bitte nach Schulen, Schulamtsbezirken, Bildungs-gängen und Anzahl betroffener Schülerinnen und Schüler)
2.    Wie viele Stellen werden aufgrund der Streichung dieser Zuweisung eingespart?
3.    Was ist der Grund, den Schulen Zuweisungen für die genannten Bildungsgänge zu streichen, obwohl Schülerinnen und Schüler in den allgemeinbildenden Schulen massiv von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind und regelhaft länger in der Schule bleiben?
4.    Wie schätzt sie in diesem Zusammenhang die Gefahr ein, dass Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft am stärksten von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen waren, durch den Wegfall eines adäquaten Bildungsangebots erneut zu Verliererinnen und Verlierern der Pandemie werden?
5.    Mit welchen Folgen rechnet sie für die Schülerinnen und Schüler, die aufgrund der Streichung der Zuweisungen ihre Schulausbildung in diesen Bildungsgängen nicht fortsetzen können?
6.    Welche alternativen Angebote wird sie für diese Schülergruppe vorhalten?
7.    Wie schätzt sie die Chancen der Jugendlichen, die in diese Bildungsgänge aufgrund der Streichung der Zuweisungen nicht eintreten können, auf dem in der Corona-Pandemie angespannten Ausbildungsmarkt ein, insbesondere vor dem Hintergrund der individuellen Erfahrungen der Jugendlichen, die im Kontext des Fehlens optimaler schulischer Ausbildungsmöglichkeiten als Folge der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus nicht in vergleichbarer Weise ausbildungsfähig sind wie vorherige Jahrgänge?
8. Warum sieht die Landesregierung die Option des Wegfalls der Altersregelung für die genannten Bildungsgänge nicht als Möglichkeit, jungen Erwachsenen einen Weg in Ausbildung zu ebnen?