Start - Aktuelles - Neuer Kostenrahmen für Klassenfahrten gefährdet den Schulfrieden und sabotiert die Chancengleichheit

Neuer Kostenrahmen für Klassenfahrten gefährdet den Schulfrieden und sabotiert die Chancengleichheit

Die SPD-Landtagsabgeordnete Nina Heidt-Sommer fordert CDU-Kultusminister Alexander Lorz auf, die Obergrenzen für die Kosten von Klassenfahrten und Schulexkursionen wieder zu senken. Zuvor hatte das Ministerium per Erlass den statthaften Kostenrahmen mit Wirkung vom 1. Februar dieses Jahres verdoppelt – von 300 auf 600 Euro pro Schüler:in und Schuljahr bei Klassenfahrten innerhalb Deutschlands und von 450 auf 900 Euro bei Schulreisen ins Ausland.

Dazu sagte Nina Heidt-Sommer: „Die neuen Obergrenzen sind abenteuerlich, denn sie verschärfen die soziale Spaltung innerhalb der Schulgemeinschaften. Mit seinem Erlass erklärt es der Kultusminister für quasi ‚normal‘, dass eine Klassenfahrt, die maximal fünf Tage dauert, 600 oder gar 900 Euro pro Person kostet – also 120 bzw. 180 Euro am Tag. Das sind Beträge, die die meisten Menschen für den eigenen Jahresurlaub nicht ausgeben können. Für die Mehrheit der Familien mit schulpflichtigen Kindern sind derartige Kosten für Klassenfahrten schlicht nicht bezahlbar – erst recht nicht, wenn es mehrere Kinder in der Familie gibt. Der Minister dokumentiert mit diesem Erlass, dass er den Kontakt zur Lebenswirklichkeit der Mehrheit in unserem Land vollständig verloren hat.“

Gegen gelegentliche Anpassungen des Kostenrahmens an die allgemeine Teuerungsrate sei nichts einzuwenden, so Heidt-Sommer, die schlagartige Verdoppelung der zulässigen Kosten aber sei eine Ungeheuerlichkeit.

Der neue Kostenrahmen für Klassenfahrten stigmatisiere Schülerinnen und Schüler, deren Eltern solch teuren Reisen nicht bezahlten könnten oder wollten: „Es entsteht hier ein enormer sozialer Druck auf alle Eltern, sich teuren Klassenfahrten nicht zu verweigern, weil sie sich doch im Rahmen des Ministeriumserlasses bewegen. Mit den neuen Obergrenzen sind auch neue Auseinandersetzungen in der Elternschaft darüber vorprogrammiert, was eine Klassenfahrt kosten sollte. Der Minister sabotiert mit seinem Erlass den Schulfrieden und alle Bemühungen um mehr Chancengleichheit im Schulalltag“, so Nina Heidt-Sommer.