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Schülerinnen und Schüler im Corona bedingten Homeschooling

Kleine Anfrage

Nina Heidt-Sommer (SPD), Tobias Eckert (SPD)

Vorbemerkung:

Im „Wegweiser zum Umgang mit Corona an Schulen – aktuelle Informationen im Überblick“ (Stand 23.11.2022) erlässt das Hessische Kultusministerium: „Darüber hinaus können Schülerinnen und Schüler von ihren Eltern von der Teilnahme am Präsenzunterricht befreit werden, wenn sie selbst oder Angehörige ihres Haushalts im Fall einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus aufgrund einer ärztlich bestätigten Vorerkrankung oder Immunschwäche dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ausgesetzt wären. Die partielle Befreiung für einzelne Tage, Fächer oder einzelne schulische Veranstaltungen ist nicht zulässig. Befreite Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, an einem von der Schule angebotenen Distanzunterricht teilzunehmen. Ein Anspruch auf bestimmte Formen des Unterrichts besteht nicht […]. Die Lehrkräfte sind aufgefordert, die Auswirkungen des Distanzunterrichts auf die betroffenen Schülerinnen und Schüler zu beobachten und geeignete Maßnahmen gemäß dem oben beschriebenen Leitfaden zu treffen. An den Schulen für Kranke entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter nach Anhörung der Eltern und in Absprache mit dem Klinikpersonal im Einzelfall über die Beschulung.“ (S. 8).

Im „Leitfaden Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen“ (Stand 10.11.2022) erlässt das Hessische Kultusministerium, dass „Distanzunterricht für vom Präsenzunterricht abgemeldete Schülerinnen und Schüler […] stattfindet, ist u. a. Folgendes zu beachten:

  • Distanzunterricht nach Plan: Für den regulär vorgesehenen Distanzunterricht (Stufe 4) gibt die Schule definierte Zeitpunkte, z. B. im Rahmen eines Stundenplans, für den Distanzunterricht vor, um den Schülerinnen und Schülern eine Strukturierung des Tages zu ermöglichen.
  • Dokumentation: Der Distanzunterricht wird dementsprechend im Klassenbuch schriftlich festgehalten (Unterrichtsinhalte, Teilnahme etc.).
  • Pflicht zur Unterrichtsteilnahme/Dienstpflicht: Der Distanzunterricht ist von der Pflicht zur Unterrichtsteilnahme der Schülerinnen und Schüler umfasst und Teil der Arbeits- oder Dienstpflicht der Lehrerinnen und Lehrer.
  • Absprache und Koordination: Bei der Organisation des Distanzunterrichts können folgende präventive Maßnahmen helfen: Die Schulleiterin bzw. der Schulleiter stellt sicher, dass innerhalb des Kollegiums Absprachen getroffen werden, wie im Falle einer Anordnung von Distanzunterricht dieser gestaltet werden kann, und dass entsprechende Methoden mit den Schülerinnen und Schülern im Vorfeld eingeübt wurden. (S. 19). Auf den folgenden Seiten wird im Leitfaden die große Bedeutung der Kommunikation mit Schülerinnen, Schülern und Eltern unterstrichen.

Wir fragen die Landesregierung:

  1. Welche Bedingungen müssen vorliegen, um die oben aufgeführten Möglichkeiten des Distanzunterrichts auslaufen zu lassen und gibt es konkrete Schritte, alle Schülerinnen und Schüler zurück in die Schulen zu holen?
  2. Wie viele Kinder und Jugendliche nehmen bis heute mit einem entsprechenden ärztlichen Attest nicht am Regelunterricht teil? (Bitte differenzieren Sie die Antwort nach Schulform und Schulamtsbezirk.)
  3. Wie viele Kinder und Jugendliche befanden sich seit Beginn der Corona-Pandemie abgesehen von den Zeiten der Schulschließungen nicht im Regelunterricht? (Bitte für 2020, 2021 und 2022 getrennt auflisten.)
  4. Wie viele Kinder und Jugendliche waren länger als ein Halbjahr, länger als ein Schuljahr und länger als zwei Schuljahre nicht in der Schule? (Bitte getrennt angeben.
  5. Wie viele Lehrkräfte sind von Mehrarbeit im Rahmen der durch das Kultusministerium definierten dienstlichen Pflichten zur Erteilung von Distanzunterricht betroffen?
  6. Kennt die Landesregierung konkret getroffene schulische Regeln für den Distanzunterricht und wie groß schätzt sie die Mehrarbeit für betroffene Lehrkräfte ein?
  7. Welche Entlastungen in der Form von Deputaten werden Lehrkräften, die Distanzunterricht erteilen, zur Verfügung gestellt?
Dokument
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